Britischer Moslemischer Führer drängt darauf Gaza aufzugeben

Abdullah befürwortet Angriff auf ausländische Seestreitkräfte, wenn sie den Waffenschmuggel stoppen


Von Jamie Doward

The Observer, Sunday 8 March 2009

Einem der einflussreichsten Islamischen Führer des Vereinigten Königreichs wird der Vorwurf erhoben, er verteidige Angriffe auf die königliche Marine. Diese versucht Waffenlieferungen für die Hamas, die nach Gaza geschmuggelt werden sollten, zu stoppen.

Dr. Daud Abdullah, Vizegeneraldirektor des Moslemischen Rats Großbritanniens (MCB), steht Aufrufen, die seinen Rücktritt fordern, gegenüber, nachdem sich herausstellte, dass er zu 90 Moslemischen Unterzeichnern aus der ganzen Welt gehört, die die Hamas und ihre militärischer Handlungen unterstützen und rechtfertigen.

Abdullah, der den Boykott des MCB  Holocaust-Gedächtnistages anführte, war ein Mitglied des Nationalen Beirats der Imame, das von der Regierung gutgeheißene Instrument. Dieser bildet Imame aus und soll dafür sorgen, den Einfluss extremistischer Kleriker entgegen zu wirken. Im Januar wies er den Innenminister Jacqui Smith und Gemeinschaftssekretär Hazel Blears auf die Situation in Gaza und den dadurch wahrscheinlichen Einfluss auf die soziale Kohäsion im Vereinigten Königreich hin.

Die britische Regierung und der MCB wurden aufgefordert, die Handlungen Abdullahs zu verurteilen. „Die britische Regierung sollte aufhören, Organisationen wie den MCB finanziell zu unterstützen und Veranstaltungen wie die Islam Expo zu fördern, die fundamentalistische Gelehrte aus Saudi-Arabien und Pakistan einlädt“, sagte Irfan Al Alawi, der internationale Direktor des Zentrums für den Islamischen Pluralismus. „Wenn der MCB es mit dem Vorgehen gegen den Extremismus ernst meint, sollte er Extremisten wie Daud Abdullah aus seinen eigenen Reihen sofort vertreiben“, sagte Ed Husain, 2. Direktor der Quilliam Foundation, einer Denkfabrik gegen den Extremismus. „Abdullah ist ein Fanatiker."

Abdullahs Unterschrift erscheint auf einer weiteren Erklärung in Istanbul, die Israels neue militärische Kampagne als ein Manifest-Sieg beschreibt, den Allah uns im Land von Gaza gewährt hat. Es widerspricht der so genannten arabischen Friedensinitiative und der palästinensischen Autonomie. Sie fordert die Menschen auf, den Kampf und den Widerstand gegen die Bewohner Israels bis zur Befreiung Palästinas fortzuführen. In der Erklärung steht unter anderem geschrieben, dass sich Moslems bemühen müssen, die Grenzübergänge nach Palästina zu öffnen, so dass „Geld, Kleidung, Nahrung, Medizin, Waffen und andere Lebensnotwendige Sachen" geliefert werden können und die Palästinenser so im Stande sind, zu leben und den Heiligen Krieg im Namen des Allmächtigen zu bewerkstelligen.

Die Erklärung warnt folgendermaßen: „Die Schließung der Übergänge oder der Lieferstopp von Waffen sollte als Hochverrat in der Islamischen Nation und als klare zionistische Unterstützung betrachtet werden." Die streitsüchtige Erklärung fordert Moslems dazu auf, die Marine anzugreifen. Im Januar bot Gordon Brown an, mit der Royal Navy den Waffenschmuggel in die Gazaregion zu stoppen.

Aber gemäß der Istanbuler Erklärung ist es eine Verpflichtung der Islamischen Nation, die Einsätze ausländischer Kräfte in moslemischen Gewässern zu verhindern. Begründet wird dies mit der Behauptung, dass der militärische Einsatz der britischen Marine eine weitere Unterstützung der israelischen Besatzung sei. Es geht weiter: „Das muss zurückgewiesen und auf allen Wegen bekämpft werden."

Husain beschuldigt Abdullah „die palästinensischen Leute zu verraten". Weiterhin sagt er: „Der potenziell gutheißende Terrorismus gegen britische Truppen zeigt Abdullahs Gesamtmissachtung für das menschliche Leben." Ein Sprecher der MCB, welcher für sich behauptet, für 400 Moscheen und moslemische Organisationen zu sprechen, kommentierte diese Tatsachen nicht. Abdullah selbst reagierte auf wiederholte Anfragen seitens der Medien nicht.

Zwei weitere prominente britische Moslems, dessen Namen auch unter den Unterzeichnern zu finden sind, wären: Mohammed Sawalha, ein Organisator der Islam Expo, das viele Moslems jährlich nach London pilgern lässt, setzte seine Unterschrift unter die Erklärung und ebenso der Scheich Rashid al-Ghannoushi von der tunesischen Nahdhah Partei.

Eine Sprecherin der Abteilung für Gemeinschaften und Kommunalverwaltung sagt: „Wir haben Kenntnisse über die Konferenz in Istanbul und sind sehr bestürzt darüber, dass die Erklärung Gewalt einfordert. Wir vermuten, dass ein Ältester des MCB zu den Unterzeichnern gehört. Wenn dies bewiesen wird, dass ein MCB-Mitglied zu den Unterzeichnern gehört, muss der MCB handeln und eine Entschuldigung einfordern.