Die Unwürdigkeit der Nobelpreise, vergeben von den schwedischen und norwegischen Akademien, der erste für die Literatur und der zweite Preis für den Frieden, erhält das Muster der letzten Jahren aufrecht. Der Inspiration oder des Bewusstseins beraubt werden sie auf das Ehren von fast vergessenen Schriftstellern und Weltverbesserern mit zweifelhaften Auszeichnungen des Zu-Stande-Bringens reduziert. Außerdem, kann ebenso häufig genannt werden, dass sie Personen mit einer antiamerikanischen, antiwestlichen Tagesordnung bevorzugen.
Der Nobelpreis des letzten Jahres in der Kategorie Literatur ging an Doris Lessing, deren Goldenes Notizbuch, welches die 1950er Jahre beschreibt, ist ein bewegender Bericht der tragischen Effekte des Stalinismus unter britischen Intellektuellen. Aber das Buch war auch der Höhepunkt ihrer Karriere.
Das Bedürfnis der Schweden, einen Schriftsteller lange nach seiner Blüte zu belohnen, spricht für die Dürftigkeit des Nobelpreises. Der Nobelpreis in der Kategorie Literatur, wie ihre späteren Empfänger, hat seine Blüte längst hinter sich; die Akademie feiert jetzt die Sehnsucht für die verlorene Welt des literarischen Vergangenem, aber nicht die literarische Gegenwart.
Der literarische Preisträger 2008 ist J.M.G. Le Clézio, ein französischer Autor, der, wie Lessing, seine letzten Werke mit Substanz gegen Ende der 1960er Jahre und Anfang der 1970er Jahre erzeugte, als er einer der französischen "neuen Romanschriftsteller war". Nachdem Prosa-Experimente die Aufmerksamkeit unter den gallischen Lesern verlor, wandte er sich einem voraussagbareren Manierismus zu, der sein Publikum zwar fand, aber seine Bedeutung nicht vertiefen konnte. 1980 verschaffte sein Buch Désert (Die Wüste) ihm ein Preis von der Académie Française. Während seine früheren und innovativen Werke wie Die Befragung (1963),Das Buch von Flügen (1969), Krieg (1970), und Die Riesen (1973) ins Englische übersetzt wurden - die letzten drei vom begabten Übersetzer und allgemeinem Provokateur Simon Watson Taylor – wurde das Buch Désert nicht übersetzt.
Die Transformation von Le Clézio vom literarischen Nonkonformisten zur Säule der französischen Akademie kann ebenso symbolisch für das breitere Abstumpfen des französischen Nerv betrachtet werden, wie die Rebellen der 1960er Jahre die zu den bequemen bien-pensants der offiziellen Kultur des 21. Jahrhunderts wurden. Wie vorherzusehen war die Arbeit von Le Clézio, der auf der Insel des Indischen Ozeans Mauritius geboren war und umfassend Mexiko und andere tropische Länder bereiste, ein Anhänger des Multikulturalismus. Désert ist von den Akademiemitgliedern für seine Akzentuierung der berbischen Kultur des alten Maghreb, seine Kritik dem französischen Imperialismus gegenüber und seine Beschreibung der demoralisierten Ankunft von Einwanderern im zeitgenössischen Frankreich gelobt worden.
Diese Arbeit vertritt die elegante Verminderung des lateinamerikanischen "magischen Realismus" für das französische Publikum und schließlich, das Einbalsamieren des hoch literarischen Modernismus im postmodernistischen, politischen Genauigkeit. In ihren Seiten finden wir eine andere verlorene Welt, die der Sahara; und die Wüste, die es zusammennimmt, konnte ein Sinnbild für die vermutliche Leere der heutigen Kreativität sein. Le Clézio nimmt am (auf jedem modernen Universitätscampus sichtbaren) Pathos teil. Wo einst ein Duchamp oder Bretone, ein Borges oder Paz, eine Joyce oder Beckett neue Formen des Ausdrucks riskierten, wiederholen Millionen ihrer Imitatoren einfach strapazierende Klischees. Le Clézio kommt zu uns jetzt als ein dekoratives, französisches Abbild, das den lügnerischen Mythen von Edward Said ähnelt. Mit solchen Werken, die die Franzosen veröffentlichen, versteckt sich heute in jenen Positionen, die sie einst verlachte, eine moralische Ungültigkeit, die einfach ignoriert wird.
Die Verleihung des literarischen Nobel Preises für Le Clézio, kann besonders im Vergleich zu den aufrichtig schändlichen vorigen Anerkennungen gezollt werden. Da wäre der verstörte antiamerikanische Harold Pinter (2005), die österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek (2004), der in alte Nazi-Vergangenheit verstrickte Günter Grass (1999), der reuelose, stalinistische und ehemaliger politischer Zensor José Saramago (1998), der idiotische Clown Dario Fo (1997) und unsere eigene amerikanische Königin der Rassen-Hysterie, Toni Morrison (1993). Man könnte behaupten, dass die Auszeichnung für den finnischen Diplomaten Maarti Ahtisaari, in Anbetracht des Friedenspreises für seinen Einsatz einer ungerechten Verfassung für das leidende Kosovo, ebenso harmlos ist.
Weitere fragwürdige Ausgezeichnete wären Al Gore im letzten Jahr, Mohamad El-Baradei (2005), der nicht entscheiden kann, ob etwas mit Irans Kernprogramm nicht stimmt, Jimmy Carter (2002), Kofi Annan (2001), dessen Land Ghana damals von einem militärischen Diktator geführt wurde, Yasser Arafat (1994), Rigoberta Mench ú (1992); und der vietnamesische Kommunist Le Duc Tho (1973).
Aber im Gegensatz zu diesen Charakteren hat Ahtisaari ein unvollendetes Werk vorliegen. Gerade deswegen ist die Verleihung des Nobel- Friedenspreises für ihn eine Frechheit. Die von ihm erarbeitete Verfassung für das unabhängige Kosovo wurde in diesem Jahr den Leuten dieses bedrohten Territoriums auferlegt, aber sein "Friedensplan" bedeutet mehr Gewalt, aber nicht mehr Frieden. Spezifisch verlangt das Konzept Ahtisaaris die Verlängerung der Autorität der Vereinten Nationen und die der Europäischen Union in Kosovo und der Teilung der jungen Republik durch ausgebreitete serbische Enklaven.
Der neue EU Sonderbeuaftragte in Kosovo, Peter Feith, sagte fröhlich der Weltpresse, dass der Nobelpreis für Ahtisaari "ein klares Signal sendet, dass sein Vorschlag der beste für die Versöhnung" in Kosovo sei. Unglücklicherweise kamen klare Signale zeitgleich aus den slawischen Majoritätsnachbarn Montenegro und Mazedonien, die kosovarische Republik letzte Woche anerkannten. Am 13. Oktober brachte die Gewalt durch serbische Treugesinnte Podgorica, die Hauptstadt Montenegros, ins Wanken. 23 Polizisten und 11 Bürger wurden verletzt. Die Zukunft des Balkans kann im Aufflackern der Ausschreitungen von serbischen Extremisten gesehen werden, aber nicht an dem Glitzern der Goldmedaille für Matti Ahtisaari. Und so, in den Annalen des Nobelpreises, ist alles Hochmut, alles Heuchelei, alles ist leer. Wahrlich gleicht die Literatur und Politik einer Wüste.