Protest Arrest of Shia Cleric in Saudi Arabia, June 26, 2008


Freiheit für schiitischen Kleriker der ohne Gerichtsverfahren in Ahsa im Gefängnis sitzt

23. Juni 2008

 

 

Ahsa ist ein Bezirk im Osten Saudi-Arabiens und macht 24,5 Prozent des Landes aus. Von den 1,1 Millionen Menschen sind  60 Prozent schiitische Moslems und 40 Prozent sind sunnitische Moslems. Im ganzen Land machen die Schiiten ungefähr 15 Prozent aus, sind also eine Minderheit. Wegen ihres Glaubens werden die Schiiten in Saudi Arabien als Bürger zweiter Klasse betrachtet. Sie praktizieren ihre religiösen Bräuche mit weniger Freiheit und werden diskriminiert.

 

Beispiele:

 

1.

Nicht ein Schiite befindet sich in einer Schlüsselposition Saudi-Arabiens. Jobs wie Minister, Regierungsberater, Gouverneure, Präsidenten von Aktiengesellschaften, Diplomaten, religiöse und öffentliche Positionen oder solche von der Regierung finanzierte sind für Schiiten nicht zugänglich.

 

2.

Es gibt ganz wenige Posten in der Regierung, die von Schiiten besetzt sind und doch sind nur wenige von ihnen aus Ahsa.

 

3.

Kein Schiite aus Ahsa ist im Beratenden Rat vertreten.

 

4.

Kein Schiite aus Ahsa ist im Rat der Ostprovinz vertreten.

 

5.

In Ahsa selbst gibt es 46 Regierungsverwaltungen. Keiner von ihnen hat einen Schiitischen Generaldirektor.

 

6.

Die Shias in Ahsa erhalten keine Lizenz, um eine Privatschule oder sogar einen Kindergarten zu betreiben.

 

7.

Unter den 319 lokalen (männlichen) Schulen gibt es nur 7 Schulen, die einen schiitischen Schulleiter haben.

 

8.

Keine der 309 lokalen (weiblichen) Schulen hat eine schiitische Schulleiterin.

 

9.

Die Universität des Königs Faisal hat ihren Hauptsitz in Ahsa. Unter seinen 287 Professoren sind nur 7 Schiiten.

 

10.

Im Health Affairs Directorate, sind in den 34 Schlüsselpositionen nur 6  Schiiten vertreten.

 

11.

Das Risiko zu verarmen, ist bei den Schiiten höher als bei Sunniten. Das konnte durch die wachsende Zahl der Schiiten, die karitative Hilfe benötigen, beobachtet werden.

 

12.

Lizenzen für neue Moscheen sind schwer zu erhalten. Sogar alten Moscheen und alten und neuen Husainias (Schiitische öffentliche Säle) werden keine Lizenzen vergeben, um sie daraufhin schließen zu lassen. Es ist eine gewöhnliche Praxis der Regierung, diese religiösen Plätze unter dem Vorwand zu schließen, dass sie nicht lizenziert wurden.

 

13.

Schiitische Gebete werden als illegal betrachtet. In den letzten 7 Jahren verhaftete die Regierung mehr als 160 schiitische Personen in Ahsa und sperrte sie für 7 bis 30 Tagen ein, die ihren religiösen Bräuchen nachgingen.

 

14.

Das öffentliche Feiern von schiitisch-religiösen Bräuchen wird als illegal betrachtet. Im letzten Jahr hat das Büro des Gouverneurs in Ahsa einige Gebiete überfallen, die solche Feste feierten und beschädigten alle Festplätze und erniedrigten die Teilnehmer.

 

15.

Bis heute erlaubt die Regierung nicht die Veröffentlichungen von schiitisch-religiösen Büchern, sie blockte Websites und erlaubt den Schiiten in den öffentlichen Medien nicht, zu Wort zu kommen.

 

Das Problem ist noch schlimmer, wenn man auf Details achtet und sieht, wie Schiiten in verschiedenen Gebieten von Chefs, Beamten oder sogar von der breiten Öffentlichkeit gesehen und behandelt werden. Diese ganze Diskriminierung hat einen Ausgangspunkt. Es ist das schlechte stereotypische Image, geschaffen von der Regierung und der Wahhabiten, deren religiöse Sicht des Islams als die richtige angesehen wird. Schiiten werden weiterhin als 'Ungläubige' und 'Verräter' stereotypiert. In der Vergangenheit, in der Regierungswerbung und in den Schultextbüchern wurden die Schiiten als Ungläubige und Verräter auf einer direkten Weise stigmatisiert. Nach 9/11 geriet die Saudische Regierung unter Druck, sie sollten Reformen initiieren und toleranter werden. Aber die Verfolgung von Schiiten bleibt. Jedoch wird eine neue Strategie angenommen - um sich auf Schiiten per se nicht zu beziehen, aber trotzdem ihre religiösen Methoden anzuprangern.

 

Jedes Mal wird eine neue Behauptung durch die Wahhabiten proklamiert, dass Schiiten Ungläubige wären und dadurch sind die Schiiten sehr beunruhigt. Schiiten sind gewohnt, dass eine neue Welle der Diskriminierung und des Hasses gegen sie bevorsteht, wenn solche Behauptungen bekannt gegeben werden.

 

Kürzlich gaben 22 sehr gut bekannte Kleriker der Wahhabiten, die gute Beziehungen mit der Regierung haben, eine Erklärung, die sich gegen die Schiiten richtete. Diese besagte, dass Schiiten Ungläubige, Verräter und eine große Bedrohung gegen Sunniten wären. Die Saudische Regierung machte keine Anstalten etwas zu unternehmen, um solche Behauptungen zu bekämpfen, die Hass fördern und eine neue Welle der Diskriminierung gegen Schiiten begünstigen.

 

Am 14. Juni 2008 kritisierte der schiitische Kleriker Tawfiq Al-Amer, 49, von Ahsa in einer Moschee die wahhabitische Erklärung. Er betonte, wie gefährlich es für die Gemeinschaft sein konnte und sein kann und bat die Regierung, solche Behauptungen zu verhindern.

 

Al-Amer ist bekannt dafür, die religiösen und zivilen Rechte der Schiiten unterstützt zu haben. Er ist oft vom Büro des Gouverneurs aufgerufen worden, mit seinen Tätigkeiten aufzuhören. Al-Amer wurde am 29. April 2005 für 24 Stunden verhaftet. Am 22. Juni 2008 wurde er verhaftet und ohne Gerichtsverhandlung ins Gefängnis gesperrt. Der Grund der Verhaftung könnte seine Kritik gegen die wahhabitischen Kleriker sein und seine vorherigen Tätigkeiten.

 

The Human Rights First Society fordert die Saudische Regierung auf, Tawfiq Al-Amer sofort freizulassen.

 

 

The Human Rights First Society